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Agrarsubventionen
Aufgrund der enormen Bedeutung der Landwirtschaft für den Naturschutz und den gleichzeitig umfangreichen Fördervolumina im Bereich der Landwirtschaft stellt sich aus der Sicht des Naturschutzes die Frage, inwieweit Naturschutz noch stärker mit und in den Förderprogrammen der Landwirtschaft integriert werden kann. Ziel war es, naturschutzrelevante Standardisierungspotenziale im Handlungsfeld Agrarsubventionen zu analysieren. Mehr...
Beschaffung
Die Voraussetzungen für Standardisierung im Beschaffungswesen sind insgesamt als günstig zu bewerten. Es gibt bereits Ansätze zur Integrierung von Umweltschutzaspekten, die man leicht mit Naturschutzaspekten ergänzen kann. Die EG-Richtlinie befindet sich im Stadium der Änderung. Es wäre also momentan nicht schwierig, Naturschutzstandards zu integrieren. Zusätzlich ist in allen gesetzlichen Grundlagen der Ansatz vertreten, dass sich die Beschaffung an bereits existierenden Normen orientieren soll.
Es lässt sich zusammenfassend sagen, dass die technischen Spezifikationen im Augenblick die wohl größten Chancen bieten, Naturschutzstandards einzuführen.
Beispiele aus der Schweiz, aus Schweden und einzelnen Kommunen und Städte (Hannover) zeigen, dass die Veränderung des Beschaffungswesens möglich ist. Für die Implementation von Naturschutz Standards in das Beschaffungswesen im Allgemeinen könnte man von deren Erfahrungen und Ansätze profitieren. Mehr...
Flächeninanspruchnahme
Das Handlungsfeld Flächeninanspruchnahme ist für den Naturschutz besonders konfliktträchtig, da sich hier direkt konträre Nutzungsinteressen gegenüberstehen. Die eine Seite beklagt die Rücksichtslosigkeit der Planungen und Inanspruchnahmen, während die andere Seite die mangelnde Vorhersehbarkeit der Belange des Naturschutzes und manche subjektive Bewertungen bemängeln. In solchen Situationen sind eindeutige, von beiden Seiten akzeptierte Vorgehensweisen (standardisierte Verfahren und Bewertungen, der Verweis auf Normen) besonders hilfreich. Mehr...
Gewässer
Nachdem die gröbsten Ressourcenschutz-Defizite beseitigt waren, hat der Gewässerschutz im letzten Jahrzehnt eine starke Naturschutzkomponente (konzentriert auf den Biotopschutz) erhalten; ein Beispiel ist die Gewässerstrukturgüte-Kartierung (z.B. Hessen 1999), die die Morphologie der Gewässer detailliert aufnimmt, bewertet und sie in erster Linie als Biotop begreift. Zum anderen sind Güteziele heute nur unter besonderer Beachtung von diffusen Einträgen zu erreichen was z.B. die Freihaltung der Uferrandstreifen auch zu einem Instrument des Gewässerschutzes macht. Für den Erwerb von Uferrandstreifen und Gewässer-Renaturierungsmaßnahmen werden in den letzten Jahren verstärkt Mittel der Ausgleichsabgabe eingesetzt. Der Naturschutz könnte wesentlich mehr, als es bislang der Fall ist, vom Gewässerschutz profitieren, der dank einer längeren administrativen Implementation und dank starker infrastruktureller Verbündeter (z.B. Trinkwasserversorgung) eine höhere Durchsetzungskraft besitzt. Mehr...
Naturschutz
Im Teilprojekt: 'Standardisierung im Naturschutz' sind zur Strukturierung des Screenings die Instrumente des Naturschutzes nach BNatSchG als zu untersuchende Handlungsfelder zugrunde gelegt worden. Dies sind im Einzelnen der Vertragsnaturschutz, die gute fachliche Praxis, die Landschaftsplanung, die Eingriffsregelung, der Flächenschutz, der Artenschutz, Umweltbeobachtung. Generell ist zu festzuhalten, dass ein großes Potenzial für Standardisierungen in den unterschiedlichen Feldern des Naturschutzes vorhanden ist. Mehr…
Normung
Durch die Integration von konkreten Naturschutzaspekten in DIN-Normen wird in deren Wirkungsbereich Naturschutz besser operationalisierbar. DIN-Normen können gesetzesähnliche Wirkung haben und sind gerichtlich verwertbar. DIN-Normen werden in den unterschiedlichsten Bereichen verwendet und sind entsprechend weit verbreitet und akzeptiert. In der Regel findet die Normung heutzutage auf europäischer Ebene statt (DIN-EN-Normen). Wenn die Berücksichtigung von Naturschutzaspekten in einer DIN-EN-Norm gefordert und diese auch angewandt werden, ist eine erfolgreiche Umsetzung in der Breite zu erwarten. Durch die Europäisierung der Normung können zudem innovative Ansätze von Vorreitern in anderen Ländern der europäischen Gemeinschaft verankert werden. Mehr…
Reifenabrieb
Bisher sind bei der Normung von Reifen außer den sicherheitstechnischen Anforderungen der Lärmschutz und der Kraftstoffverbrauch berücksichtigt. Ein blauer Engel soll die lärmarmen und kraftstoffsparenden Reifen für den Verbraucher kennzeichnen. Der Abrieb der Reifen auf Straßen ist vor Allem im Gespräch, wenn es um CO² und Schwermetallbelastung geht. Stoffe, die hierbei vernachlässigt werden, sind die Vulkanisationsbeschleuniger, die in nicht unerheblicher Menge durch den Abrieb in die Natur gelangen. Sie sind in ihrer Allergie auslösenden Wirkung untersucht, bei der Auswirkung auf die Natur besteht noch großer Bedarf. Mehr…
Strohballen
Die Stoffstrombilanz ist bei Strohballen erheblich günstiger als bei konventionellen Baustoffen. Der Eingriff in die Natur ist bei Stroh minimal. Es fällt bei der Landwirtschaft ohnehin als Nebenprodukt an. Man geht davon aus, dass mindestens ein Drittel des Strohs frei zur Verfügung steht. Das heisst, dass mehrere Tausend Einfamilienhäuser von dem frei verfügbaren Stroh mit dem nachhaltigen Baustoff gebaut werden könnten. Zum Vergleich sei erwähnt, dass für die Baustoffherstellung für konventionelle Baustoffe jährlich 1287 Mio Tonnen Rohstoffe verbraucht werden. Der Eingriff in die Natur zur Baustoffgewinnung ist beträchtlich. Strohballen als Bauprodukt hat durchaus eine gute Aussicht, sich auf dem Bausektor eine Stellung zu verschaffen. Um Strohballen als Baustoff sowohl für die Hersteller (Landwirte) als auch für die Nutzer interessant zu machen, müssen die Vorteile und der Produktzyklus transparent und nachvollziehbar sein. Zusätzlich müssen bestimmte Qualitätskriterien erfüllt werden. Standardisierungen in diesem Bereich sind von Vorteil. Mehr…
Subventionen
Subventionen, die sich kontraproduktiv auf den Naturschutz auswirken können, sind Subventionen für Steinkohle/ Bergbau, für den Luftverkehr und für die Wohnungswirtschaft (Eigenheimzulage). Die Beeinträchtigung des Naturschutzes ist bei den drei Hauptgruppen insgesamt als sehr groß einzuschätzen und es ist zu fragen, ob die Belastung im Verhältnis zum allgemeinen Nutzen steht. Das Umsetzungspotenzial ist allerdings im Bereich Steinkohle/ Bergbau eher niedrig zu bewerten. Besser stehen die Chancen im Bereich der Wohnungswirtschaft, da hier eine Änderung geplant ist und der politische Aufwand nicht so hoch einzuschätzen ist. Mehr…
Verkehr
Im Straßenbau sind eine hohe Normungsdichte und eine eindeutige Normungsinstitution vorhanden. Der Naturschutz kann sich hier einbringen und auch eigene Projekte platzieren (s. Zusammenfassungen Straßenbau und Grünbrücken). Im Bereich Eisenbahnwesen (Planfeststellungsverfahren und Unterhaltungsarbeiten) ist der einzige Normungsakteur die Genehmigungsbehörde selbst. Eine unabhängige Normungsinstitution könnte die Abstimmungsverfahren und damit auch die Akzeptanz der getroffenen Regelungen verbessern. Mehr…
Wald und Holz
Nach §1 BWaldG sind alle Waldbesitzer verpflichtet, „den Wald wegen seines wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion) und wegen seiner Bedeutung für die Umwelt, insbesondere für die dauernde Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, das Klima, den Wasserhaushalt, die Reinhaltung der Luft, die Bodenfruchtbarkeit, das Landschaftsbild, die Agrar- und Infrastruktur und die Erholung der Bevölkerung (Schutz- und Erholungsfunktion) zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern, [...]“. Der Naturschutz ist also theoretisch gleichrangig zu berücksichtigen. Zentral hierbei ist die inhaltliche Ausfüllung von unbestimmten Rechtsbegriffen wie „ordnungsgemäße Bewirtschaftung“. Von Seiten vieler betroffener Verbände wird seit Jahren gefordert, diese durch Standards zu definieren. Mehr…
Wasser
In der Wasserwirtschaft ist eine hohe Dichte an Normierungen anzutreffen, in der Naturschutzbelange weitgehend berücksichtigt werden. Verfahrensmängel waren nicht festzustellen. Bei der Thematik der Wasserkörper überlässt der Naturschutz weitgehend dem Gewässerschutz/ Wasserwirtschaft das Feld; in manchen Normierungsverfahren werden auch die Naturschutzinteressen von Wasserwirtschaftlern wahrgenommen. In Ufer- und Auenbereichen sind beide Fraktionen tätig; der Grad der Standardisierung wird von den meisten Naturschützern für ausreichend erachtet. Zu empfehlen ist die weitere Bearbeitung des Vorschlags zur Überarbeitung der DIN 4047, Wasserwesen, Begriffe, Teile 5 und 10, die den Naturschutz meistens ungewollt behindern. Die Definition der Begriffe "Wasserwechselzone", "Hartholzzone", "Weichholzzone" und "Auenwald" bezieht sich einseitig auf das rein arithmetische, fiktive Mittelwasser, dem keinerlei ökologische Bedeutung zukommt. "der durch Pflanzengesellschaften charakterisierte, langjährige mittlere Feuchtezustand eines Bodens. Die Begriffsdefinition ist weniger trivial, als es zunächst erscheinen mag, da sich viele Planungsprozesse und alle Normen, die inhaltlich damit zu tun haben, daran orientieren, was dazu führt, dass Tier- und Pflanzenwelt bedroht werden können. Mehr…
Windernergieanlagen
Angesichts der Endlichkeit von Öl, Kohle und Gas sowie der wirtschaftspolitischen Abhängigkeit von den Ländern, die fossile Rohstoffe fördern, und ausserdem auf Grund einer geschärften Wahrnehmung von Atomkraft-Risiken haben Windenergieanlagen einen beträchtlichen gesellschaftlichen Akzeptanz-Vorschuss. Entscheidend für den Durchbruch der WEA-Technologie war jedoch das Stromeinspeisungsgesetz von 1991 und die Änderung des Baugesetzbuches, nachdem WEA als privilegierte Anlagen im Aussenbereich behandelt werden. Mit der sprunghaften Zunahme von WEA-Parks entstanden in der Bevölkerung Widerstände gegen die Verwandlung grösserer, bisher nur landwirtschaftlich oder für Naherholung genutzten Flächen in Industrielandschaften. Ein Ausweichen auf die vermeintlich konfliktfreieren Offshore Bereiche der Nord- und Ostsee scheint geboten, auch wegen der zunehmend beherrschbaren grösseren und wirtschaftlicheren WEA. Mit diesen neuen Vorhaben entstehen jedoch ebenfalls Widerstände gegen eine Gefährdung des Lebensraums Nord- und Ostsee. Durch die Nutzung der Windenergie in der Ostsee beispielsweise kommt es zu einer Inanspruchnahme von sehr großen Flächen. Bei dem technischen Normungsvorhaben besteht daher grundsätzlich Konfliktpotenzial zwischen den Betreibern von WEA als Investoren und des öffentlichen Interesses am Naturschutz. Mehr...
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